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Grünes Licht für grünen Kunstrasen

April 2, 2019

Auszug aus der Sylter Rundschau

 

Gemeinde stellt 1,5 Millionen Euro für das Projekt bereit. Abgetragener Mutterboden muss nun doch nicht aufs Festland.

 

WESTERLAND | Die Sylter Fußballer bekommen ihren heißersehnten Kunstrasenplatz: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Sylt segneten am Donnerstag Abend einhellig Mehrkosten von 601.000 Euro ab, so dass nun 1,5 Millionen Euro dafür im Haushalt bereitstehen. Einen Transport des abgetragenen Mutterbodens aufs Festland für 446.250 Euro wollen die Gemeindevertreter aber unter allen Umständen vermeiden.

 

Der Ausbau eines der drei Fußball-Spielfelder im Sportzentrum Sylt-Ost zum Kunstrasenplatz war bereits Bestandteil des Sportstättenentwicklungskonzeptes, das die Gemeinde Sylt 2013 in Auftrag gegeben hat. Aber erst durch die jüngsten Pläne, im Sylt-Stadion einen Multipark für die jungen Rollsportfans einzurichten, hat das Thema wieder Fahrt aufgenommen.

 

Die Fußballer räumen das Sylt-Stadion und trainieren künftig nur noch an der Keitumer Landstraße, wo auch der Spielbetrieb von der F-Jugend bis zur Herrenmannschaft ausgetragen wird. Und zwar ganzjährig. Damit sollen so viele ausgefallene Spiele wie im extrem verregneten Herbst/Winter 2017/18 der Vergangenheit angehören.

 

Die Bruttokosten hatte das Kieler Landschaftsarchitekten-Büro Siller mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Rund 600 000 Euro davon sollten aus verschiedenen Fördertöpfen eingeworben werden, 250 000 Euro waren schon aus der Sportstättenförderung des Landes zugesagt. Als aber aus dem Sylter Umweltamt verlautete, dass der „auszukoffernde Boden“auf dem zirka 9000 Quadratmeter großen Sportgelände weder zwischenzeitlich noch dauerhaft auf der Insel abgelagert werden könnte, geriet die Kalkulation ins Wanken. Ein Abtransport von 5000 Kubikmetern Mutterboden aufs Festland hätte die Gesamtkosten auf nahezu zwei Millionen Euro in die Höhe getrieben.

 

Ein Statement von Bürgermeister Nikolas Häckel im Interview mit „Sylt 1“ beruhigte nun die erhitzten Gemüter: „Wir werden diesen guten Boden hier auf der Insel unterbringen und nicht entsorgen müssen. Ich werde die Kosten von 400 000 Euro nicht im Haushalt veranschlagen lassen.“ Diese Diskussion müsse daher nicht weitergeführt werden.

 

„Es war schade, dass sich die Fußballer rechtfertigen mussten.“

 

„Mit der Diskussion um die Muttererde ist eine gute Sache fast zerredet worden“, kritisierte CDU-Fraktionschef Oliver Ewald. Er riet zu mehr Vorsicht bei der Erstellung von Sitzungsvorlagen. „Es war schade, dass sich die Fußballer dafür rechtfertigen mussten.“ Für seine Fraktion sei der Kunstrasenplatz in Tinnum Teil eines Gesamtpakets mit dem neuen Multipark für die Skater im Sylt-Stadion in Westerland.

 

Nächster Schritt könnte dann kommendes Jahr der Bau von weiteren Umkleideräumen für die Fußballer sein. Sein Fraktionskollege Manfred Uekermann warf nochmal die Frage auf, wie die Verwirrung um den Mutterboden entstehen konnte. „Ein Anruf hätte gelangt, um klarzustellen, dass ein Abtransport unnötig ist.“

 

Mario Pennino (SWG) unterstützte die Investition in Multipark und Kunstrasenplatz: „Wir sind überzeugt, dass wir es dem Vereinssport und gerade den Jugendlichen auf der Insel schuldig sind. Über Jahre ist es vernachlässigt worden, hier Möglichkeiten zu schaffen.“

 

Erdhaufen am Multipark als Schlittenbahn anlegen

 

Mathias Lauritzen (SPD) sagte sowohl dem Kunstrasenplatz als auch dem Multipark die Unterstützung seiner Fraktion zu. Für den Mutterboden würden sich Möglichkeiten finden, ein „Rüberkarren aufs Festland“ wäre auf jeden Fall Unsinn. Roland Klockenhoff (Grüne) hatte dafür auch gleich eine Idee: Man könnten einen Erdhaufen am Multipark als Schlittenbahn anlegen. Kritisch sahen die Grünen und die Insulaner-Fraktion aber den Kunstrasen und den möglichen Abrieb, wo Sylt sich doch zur plastikfreien Insel entwickeln will.

 

Bei der Abstimmung votierten dann fast alle Gemeindevertreter für den Kunstrasenplatz, nur die beiden Grünen-Vertreter stimmten dagegen.

 

Autor: Ralf Henningsen

 

 

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