Fallschirme am Himmel und das Ziel der Bundespolizisten war eindeutig: unser Syltstadion. Was die Truppe einst beim Mogadischu-Einsatz berühmt gemacht hatte, wurde als moderner Antiterroreinsatz im ehrwürdigen Dünenstadion geübt. Dass kein Event daraus gemacht werden durfte und auch eine gewisse Geheimhaltung angebracht war, ist angesichts des ersten Hintergrunds jedem sofort klar.
Zuschauen durfte man dagegen, als die Frisbee-Scheiben quer durchs Stadion flogen. Der Hamburger Club Fischbees bereitete sich wie seit ein paar Jahren im Syltstadion auf die Deutschen Meisterschaften vor. Wer‘s gesehen hat und einen regenfreien Augenblick fand, wird‘s genossen haben.
Vergnügen hatten auch wieder die zahlreichen Jugendlichen, die bei der Fußballschule Rummenigge ihren Fußball-Sommer-Spaß fanden. Hochzufrieden zeigten sich die erfahrenen Ex-Bundesliga-Profis, die bei der Fußballschule das Training leiten, mit der Rasensituation im Syltstadion.
Da sei am Rande erwähnt, dass auch eine 2. Fußballschule zum wiederholten Mal im Sportzentrum ihre Leistungen anbot: das Hannover 96-Fußballcamp. Auch vom 10.10.-13.10.2011 kann man hier wieder kicken (www.hannover96-fussballschule.de)
Doch das Highlight der Saison geriet zum Merkwürdigsten, was die Insel im Sportbereich seit langem erlebt hatte. Am 01. Juli 2011 sollte das Spiel des Hamburger SV, der in List seine Zelte aufgeschlagen hatte, gegen die Kreisauswahl Nordfriesland durchgeführt werden. Veranstalter war die Nordsport, geleitet vom Sportchefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages Jürgen Muhl. Noch 2 Tage vor dem Spiel hatte man das Syltstadion besichtigt, kleinere Stellen gefunden, die auszubessern waren, schließlich hatte die Gemeinde Sylt die Kaninchenplage in diesem Jahr nicht völlig in den Griff bekommen (Teamgeist berichtete darüber mehrfach). Doch plötzlich reichten die Anstrengungen des Bauhofs plötzlich nicht mehr aus. Blitzschnell verlegte man die Begegnung nach List, fand einen großherzigen Sponsor in Philipp von Hardenberg und der Krokodilstränen vergießende Jürgen Muhl bedauerte in seinem Kommentar in der SHZ, dass er Westerländer Sponsoren nicht gefunden habe: „Aber muss denn der HSV unbedingt auch noch ein Spiel in Westerland austragen? (…) Muss es (er) nicht, sagt ein Großteil der Westerländer Unternehmer.“ (SR vom 01.07.2011)
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und andere Interessen argwöhnt, als die feinen Fußballerbeine geschont zu haben, und ein absoluter Spitzbube, wer die augenblickliche Tabellensituation des HSV in irgendeinem Zusammenhang damit sieht.
Turbulente Stadionereignisse werfen Schatten zurück
Fallschirme, Frisbees und Kaninchen suchende Feinfüßler
Foto: Klaus Vollgraf